80 bis 150 Euro pro Quadratmeter ohne Dämmung
Für ein neues Dach ohne Dämmung zahlen Sie nach Angaben von 42watt 80 bis 150 Euro pro Quadratmeter Dachfläche. Soll das Dach dabei gedämmt werden, steigt der Preis auf 150 bis 350 Euro pro Quadratmeter. Gemeint ist meist eine Dämmung auf den Sparren, also auf den schrägen Holzbalken, die das Dach tragen. Dafür baut der Dachdecker die Latten unter den Ziegeln komplett neu auf.
Für ein Einfamilienhaus mit 140 Quadratmetern Dachfläche kostet das neue Dach damit 11.200 bis 21.000 Euro. Mit Dämmung sind es 21.000 bis 49.000 Euro. Die Spanne ist so breit, weil Material, Dachform und der Zustand des Dachstuhls den Preis stärker verschieben als die Fläche. 42watt hat ein solches Dach mit Dämmung durchgerechnet und kommt auf 39.650 Euro, bevor der Zuschuss abgezogen ist. Darin stecken auch Gerüst, Entsorgung und die Begleitung durch einen Energieberater.
Was kostet welches Dachmaterial pro Quadratmeter?
Die Preise für die Eindeckung reichen von 15 bis 45 Euro pro Quadratmeter für Bitumenschindeln bis 45 bis 120 Euro für Naturschiefer, jeweils mit Verlegen. Betondachsteine kosten 20 bis 50 Euro, Tondachziegel 30 bis 70 Euro. Blech ist als reines Material mit 10 bis 40 Euro am günstigsten, verlegt kostet es bis 80 Euro.
| Eindeckung | Preis pro Quadratmeter | So lange hält sie | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Bitumenschindeln | 15 bis 45 Euro | 20 bis 40 Jahre | günstigster Einstieg, auch für flache Dächer |
| Betondachstein | 20 bis 50 Euro | 50 Jahre und mehr | schwer und frostfest, verbreitet in schneereichen Gegenden |
| Tondachziegel | 30 bis 70 Euro | 80 Jahre und mehr | formstabil, farbecht, teurer in der Anschaffung |
| Blech, Trapezblech | 10 bis 40 Euro nur Material, bis 80 Euro verlegt | 40 bis 50 Jahre | leicht, auch für flache Dächer |
| Naturschiefer | 45 bis 120 Euro | teils über 100 Jahre | teuerste Wahl, braucht einen spezialisierten Betrieb |
Wie lange welches Dach hält und woran Sie sein Ende erkennen, steht im Artikel wie lange ein Dach hält.
Warum Dachform und Dachstuhl den Preis treiben
Nach dem Material entscheidet die Dachform über den Preis. Ein einfaches Satteldach ohne Gauben braucht weniger Arbeitszeit pro Quadratmeter als ein Walmdach mit vier schrägen Flächen. Jede Gaube, jeder Schornstein und jedes Dachfenster braucht außerdem einen eigenen dichten Anschluss. Diese Arbeitszeit steckt in keinem reinen Quadratmeterpreis.
- Ein sehr flaches oder sehr steiles Dach braucht eine andere Befestigung und mehr Sicherung für die Handwerker.
- Walmdach, Krüppelwalmdach und Mansarddach kosten mehr als ein Satteldach, weil sie mehr Kanten und Kehlen haben, an denen zwei Dachflächen zusammenstoßen.
- Gauben, Schornsteine und Dachfenster brauchen jeweils einen eigenen, aufwendigen Anschluss.
- Morsche oder von Schädlingen befallene Sparren muss eine Zimmerei verstärken oder austauschen, bevor das neue Dach daraufkommt.
- Ein freistehendes Haus mit Platz für Gerüst und Material ist günstiger als eine Doppelhaushälfte in enger Bebauung.
- Dächer, die vor 1993 gedeckt wurden, können Platten aus asbesthaltigem Faserzement haben. Deren Entsorgung übernimmt eine eigene Fachfirma.
Was Gerüst und Entsorgung bei der Dachsanierung kosten
Das Gerüst berechnen die Betriebe nach der Fläche der Hauswand, die eingerüstet wird, nicht nach der Dachfläche. Preisportale nennen 6 bis 15 Euro pro Quadratmeter Fassade. Wo Ihr Preis in dieser Spanne liegt, hängt von der Höhe des Hauses und vom Zugang zum Grundstück ab. Das Gerüst steht die ganze Bauzeit über.
Die Entsorgung des alten Dachs kostet 10 bis 15 Euro pro Quadratmeter. Oft rechnet der Betrieb über einen Container ab, der 200 bis 500 Euro kostet. Enthält das alte Dach Asbest, darf nur eine Fachfirma mit Sondergenehmigung es abbauen. Dann kommen allein für die Entsorgung 30 bis 50 Euro pro Quadratmeter dazu. Ob Ihr Dach betroffen ist, klärt der Dachdecker vor dem Angebot.
Oft gehört auch eine neue Dachrinne zur Sanierung, weil jede Rinne früher oder später erneuert werden muss. Was eine neue Rinne aus Zink oder Kupfer kostet, steht im Artikel zu den Kosten einer Dachreparatur.
Ab 10 Prozent neuer Dachfläche müssen Sie dämmen
Erneuern Sie mehr als 10 Prozent der Dachfläche, schreibt das Gesetz eine Dämmung vor. Das gilt auch dann, wenn Sie gar nicht dämmen wollten. Wer eine ganze Dachseite neu eindecken lässt, muss also dämmen. Wer nur zwanzig Sturmziegel ersetzt, muss es nicht.
Für die Dämmung gibt es einen Zuschuss vom Staat, für ein neues Dach ohne Dämmung dagegen nicht. Wie gut die Dämmung sein muss und wie Sie den Zuschuss beantragen, erklärt der Artikel zur Dämmpflicht und Förderung beim Dach.
Ist der Dachstuhl älter als 40 Jahre und nie geprüft worden?
Lassen Sie ihn vorher von einer Zimmerei prüfen. Muss sie ihn verstärken, kostet das je nach Umfang 30 bis 60 Prozent eines neuen Dachstuhls.
Erneuern Sie mehr als 10 Prozent der Dachfläche?
Dann müssen Sie auch dämmen. Rechnen Sie mit 150 bis 350 statt 80 bis 150 Euro pro Quadratmeter.
Ohne Pflicht zur Dämmung reichen meist 80 bis 150 Euro pro Quadratmeter, je nach Material.
5 Schritte zum verlässlichen Preis für Ihre Dachsanierung
Die Spannen aus dem Internet zeigen, wo der Markt liegt. Ein Angebot für Ihr Haus ersetzen sie nicht, und erst mit einem genauen Angebot können Sie mit der Bank oder dem Förderantrag planen.
- Lassen Sie die echte Dachfläche aufmessen, nicht die Grundfläche des Hauses. Bei 30 Grad Neigung ist die schräge Fläche rund 15 Prozent größer als die Fläche, die Sie von oben sehen.
- Lassen Sie den Dachstuhl vor dem Angebot prüfen, wenn er älter als 40 Jahre ist oder feuchte Stellen zeigt. Sonst kommen später Nachträge für die Zimmerei dazu.
- Holen Sie mindestens drei Angebote ein, die dieselben Arbeiten beschreiben. Nur dann können Sie Material, Dicke der Dämmung und Gerüst vergleichen.
- Klären Sie vor dem Auftrag, ob mehr als 10 Prozent der Dachfläche neu werden. Dann müssen Sie dämmen, und für die Dämmung gibt es einen Zuschuss.
- Lassen Sie Gerüst, Entsorgung und Dachrinne als eigene Posten aufführen. Eine Pauschale können Sie mit keinem anderen Angebot vergleichen.
Ein Angebot mit nur einer Gesamtsumme können Sie mit keinem zweiten vergleichen. Bestehen Sie auf einzelnen Posten für Material, Arbeitszeit, Gerüst und Entsorgung. Dann sehen Sie genau, an welcher Stelle sich zwei Angebote unterscheiden.
Mehrere Arbeiten unter einem Gerüst erledigen
Steht das Gerüst ohnehin, sind weitere Arbeiten am Dach günstiger als ein eigener Auftrag. Eine neue Dachrinne, eine Photovoltaikanlage und die Dämmung können sich dasselbe Gerüst teilen, wenn Sie alles vorher gemeinsam planen. Ob das Dach vor einer Photovoltaikanlage saniert werden sollte, hängt davon ab, wie lange die alte Eindeckung noch hält.
Auch bei der Steuer kann das Bündeln helfen. Für Arbeiten, die Energie sparen, etwa die Dämmung, gibt es eine eigene Steuerermäßigung. Welche Dacharbeit Sie wie absetzen können und wie das mit dem Zuschuss zusammenpasst, erklärt der Artikel zur Dachsanierung und Steuer.
Häufige Fragen
Was kostet eine Dachsanierung pro Quadratmeter?
Eine Dachsanierung kostet 80 bis 150 Euro pro Quadratmeter, wenn nur neu eingedeckt wird. Mit einer Dämmung auf den Sparren sind es 150 bis 350 Euro pro Quadratmeter. Wo Ihr Dach in dieser Spanne liegt, entscheiden Material, Dachform und der Zustand des Dachstuhls.
Warum schwanken die Preise für eine Dachsanierung so stark?
Die Preise für eine Dachsanierung schwanken, weil schon das Material weit auseinanderliegt. Bitumenschindeln kosten mit Verlegen ab 15 Euro pro Quadratmeter, Naturschiefer bis 120 Euro. Dazu kommen die Dachform, die Zahl der Gauben und Dachfenster und der Zustand des Dachstuhls.
Was kostet ein Gerüst bei einer Dachsanierung?
Ein Gerüst für eine Dachsanierung kostet 6 bis 15 Euro pro Quadratmeter Fassade. Gerechnet wird also die Fläche der Hauswand, die eingerüstet wird. Weil das Gerüst die ganze Bauzeit steht, lohnt es sich, Dachrinne, Dämmung oder Photovoltaikanlage im selben Zug zu erledigen.
Ab wann muss ich bei einer Dachsanierung auch dämmen?
Bei einer Dachsanierung müssen Sie dämmen, sobald mehr als 10 Prozent der Dachfläche erneuert werden. So schreibt es das Gesetz vor. Wer nur einzelne Sturmziegel ersetzt, bleibt unter dieser Grenze und muss nicht dämmen.
Was kostet die Entsorgung eines alten Dachs?
Die Entsorgung eines alten Dachs kostet 10 bis 15 Euro pro Quadratmeter. Oft rechnet der Betrieb über einen Container ab, der 200 bis 500 Euro kostet. Enthält das alte Dach Asbest, kommen für die Fachfirma 30 bis 50 Euro pro Quadratmeter dazu.
