Die 5 Schritte einer Dachsanierung
Vor dem ersten Handgriff steht die Planung. Der Dachdecker misst das Dach auf, Sie wählen Material und Dämmung, holen Angebote ein und klären, ob Sie eine Genehmigung brauchen. Diese Phase kann mehrere Wochen dauern. Zwischen Auftrag und Gerüst vergeht oft noch einmal Zeit, weil der Betrieb Material bestellen und einen freien Termin finden muss. Beginnen Sie deshalb nicht zu kurzfristig mit der Suche nach einem Betrieb.
Gerüst aufbauen
Der Dachdecker oder Zimmerer stellt ein Gerüst ums Haus und sichert die Dachfläche gegen Absturz. Erst dann beginnt die Arbeit am Dach.
Altes Dach abdecken
Die alten Ziegel kommen Fläche für Fläche herunter und werden entsorgt. Droht Regen, deckt der Betrieb nur so viel ab, wie er am selben Tag wieder schließen kann.
Dachstuhl prüfen
Jetzt liegen Sparren und Latten frei, also die Holzbalken, die das Dach tragen. Muss Holz ersetzt oder verstärkt werden, übernimmt das eine Zimmerei, bevor es weitergeht.
Neu eindecken und dämmen
Auf den geprüften Dachstuhl kommen die Folie unter den Ziegeln, falls nötig die Dämmung, neue Latten und zum Schluss die Ziegel mit First und Randabschlüssen.
Abnahme
Sie gehen mit dem Betrieb über die fertige Baustelle und halten das Ergebnis in einem schriftlichen Protokoll fest. Ab diesem Tag läuft die Gewährleistung.
Wie lange dauert eine Dachsanierung?
Kleine bis mittlere Dächer ohne große Reparaturen am Dachstuhl brauchen nach Angaben von BMI 1 bis 2 Wochen. Größere Projekte mit mehr Planung, mehr Material und einer Dämmung dauern 3 bis 4 Wochen. Der Dachdeckerbetrieb Mertl rechnet für ein Wohnhaus mit 80 bis 160 Quadratmetern Dach mit 3 bis 5 Wochen.
Ein kleines Dach ist dabei nicht automatisch schneller fertig. Nach der Erfahrung von Mertl dauert ein Reihenhaus mit 80 Quadratmetern Dach oft so lange wie ein Haus mit 160 Quadratmetern. Die meiste Zeit kosten die Details, also Dachfenster, Gauben und die Ränder des Dachs. Die glatte Fläche geht dagegen schnell.
Die Bauzeit reicht von 1 bis 2 Wochen für ein kleines Dach bis 3 bis 5 Wochen für ein Wohnhaus mit 80 bis 160 Quadratmetern Dach. Größere Projekte mit Dämmung dauern 3 bis 4 Wochen.
| Umfang der Arbeiten | Bauzeit | Was die Dauer verlängert |
|---|---|---|
| Kleines bis mittleres Dach, keine großen Reparaturen am Dachstuhl | 1 bis 2 Wochen | Wetter, Lieferzeit des Materials |
| Größeres Projekt mit Dämmung | 3 bis 4 Wochen | mehr Planung und mehr Material |
| Wohnhaus mit 80 bis 160 Quadratmetern Dach | 3 bis 5 Wochen | Dachfenster, Gauben und viele Anschlüsse |
Das Wetter ist die größte Unsicherheit. Bei Regen, Sturm oder Schnee kann niemand sicher auf dem Dach arbeiten. Liegt Schnee und herrscht Frost, ruht die Arbeit meist ganz. Wer im Herbst oder Winter saniert, plant deshalb mehr Zeit ein als im Sommer.
Alle Zeitangaben sind Erfahrungswerte, keine Zusage für Ihr Dach. Ein verbindlicher Zeitplan mit festen Zwischenterminen gehört deshalb in jedes Angebot, nicht nur eine grobe Zahl von Wochen. Was die Sanierung kostet, erklärt der Artikel was eine Dachsanierung pro Quadratmeter kostet.
Können Sie während der Dachsanierung im Haus wohnen?
Ja, Sie können während der Dachsanierung im Haus wohnen bleiben. Die Arbeiten laufen fast ganz von außen, und der Betrieb braucht meist keinen Zugang zu Ihren Räumen. Urlaub müssen Sie dafür nicht nehmen. Für die meisten Fragen während der Bauzeit reicht ein kurzes Telefonat.
Einiges sollten Sie vorher mit dem Betrieb absprechen. Dazu gehört, wo er Strom bekommt, wann laut gearbeitet wird und wie der Zugang zum Dachboden geschützt wird.
- Staubschutzfolien am Zugang zum Dachboden, damit kein Bauschutt in die Wohnräume gelangt
- Feste Zeiten für laute Arbeiten, schriftlich mit dem Betrieb vereinbart
- Ein abgesperrter Bereich ums Haus, in dem herabfallendes Material niemanden treffen kann
- Jeden Abend eine Abdeckung gegen Regen, damit auch bei einem Wetterumschwung nichts nass wird
- Ein fester Ansprechpartner beim Betrieb, der Fragen während der Bauzeit schnell beantwortet
Was gilt, wenn schlechtes Wetter die Dachsanierung verzögert?
Ob der Betrieb bei schlechtem Wetter mehr Zeit bekommt, hängt von Ihrem Vertrag ab. Es gibt besondere Vertragsregeln für Bauarbeiten, die bei Privatleuten aber nur gelten, wenn der Vertrag sie ausdrücklich nennt. Gelten sie, zählt Wetter, mit dem man zu dieser Jahreszeit rechnen musste, nicht als Grund für mehr Zeit. Nur ungewöhnliches Wetter verlängert dann die Frist, und der Betrieb muss Ihnen die Verzögerung sofort schriftlich melden.
Nennt Ihr Vertrag diese Regeln nicht, gilt das allgemeine Vertragsrecht. Dann verschiebt sich ein fester Termin nur, wenn der Betrieb die Verzögerung nicht selbst verschuldet hat. Kommt es darüber zum Streit, hängt viel vom Einzelfall ab. Lassen Sie sich dann beraten.
Nennt Ihr Vertrag die besonderen Vertragsregeln für Bauarbeiten?
Übliches Wetter für die Jahreszeit verlängert die Frist nicht, ungewöhnliches schon. Der Betrieb muss die Verzögerung sofort schriftlich melden.
Ein fester Termin verschiebt sich nur, wenn der Betrieb die Verzögerung nicht verschuldet hat. Im Streit lassen Sie sich beraten.
Für Sie heißt das: Bestehen Sie auf einem realistischen Zeitplan mit einem Termin für die Fertigstellung. Lassen Sie sich jede Verzögerung schriftlich mit Grund und neuem Termin geben. Ein Betrieb, der Verzögerungen offen erklärt, verdient eher Vertrauen als einer, der den vereinbarten Termin einfach übergeht.
Ein paar Regentage bedeuten nicht, dass niemand mehr auf der Baustelle arbeitet. Oft ändert sich nur die Reihenfolge. Arbeiten unter dem Dach oder im Materiallager gehen weiter, während das Eindecken auf trockenes Wetter wartet.
Worauf Sie bei der Abnahme der Dachsanierung achten
Die Abnahme ist der wichtigste Termin der ganzen Baustelle. Ab diesem Tag läuft die Gewährleistung, und bei späteren Mängeln müssen nun Sie beweisen, dass etwas nicht stimmt. Gehen Sie deshalb mit dem Betrieb über das Dach oder zumindest über den Dachboden. Halten Sie jeden sichtbaren Mangel einzeln in einem Protokoll fest, mit Datum und Unterschrift. Einen Mangel, den Sie bei der Abnahme kennen und nicht festhalten, können Sie später nur schwer geltend machen.
- Vereinbaren Sie den Termin für die gemeinsame Abnahme rechtzeitig, nicht spontan am letzten Tag.
- Sehen Sie sich das Dach von innen an und, soweit es gefahrlos geht, von außen, auch die Anschlüsse an Schornstein und Dachfenster.
- Schreiben Sie jeden sichtbaren Mangel einzeln ins Protokoll, mit Ort und kurzer Beschreibung.
- Halten Sie schriftlich eine Frist fest, bis wann die Mängel behoben sein müssen, bevor Sie den Rest bezahlen.
- Lassen Sie das Protokoll von beiden Seiten unterschreiben und bewahren Sie es für die ganze Zeit der Gewährleistung auf.
Zahlen Sie den Rest nicht vollständig am Tag der Abnahme. Behalten Sie einen Teil ein, bis die Mängel aus dem Protokoll behoben sind. So hat der Betrieb einen Grund, die offenen Punkte schnell zu erledigen. Was Sie tun können, wenn später ein Mangel auftaucht, etwa eine undichte Stelle, erklärt der Artikel zu Mängeln nach der Dachsanierung.
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine Dachsanierung?
Eine Dachsanierung dauert bei kleinen bis mittleren Dächern ohne große Reparaturen 1 bis 2 Wochen. Ein Wohnhaus mit 80 bis 160 Quadratmetern Dach braucht meist 3 bis 5 Wochen. Wetter und ein beschädigter Dachstuhl können die Bauzeit verlängern.
Kann ich während einer Dachsanierung im Haus wohnen bleiben?
Ja, während einer Dachsanierung können Sie im Haus wohnen bleiben. Die Arbeiten laufen fast ganz von außen, Urlaub müssen Sie dafür nicht nehmen. Sprechen Sie vorher ab, wo der Betrieb Strom bekommt und wann laute Arbeiten anstehen.
Was passiert, wenn schlechtes Wetter die Dachsanierung verzögert?
Schlechtes Wetter verlängert die Frist für eine Dachsanierung nur unter bestimmten Bedingungen. Gelten laut Vertrag die besonderen Vertragsregeln für Bauarbeiten, zählt nur ungewöhnliches Wetter, nicht das übliche für die Jahreszeit. Sonst verschiebt sich ein fester Termin nur, wenn der Betrieb die Verzögerung nicht verschuldet hat.
Was gehört zur Abnahme einer Dachsanierung?
Zur Abnahme einer Dachsanierung gehören ein gemeinsamer Rundgang und ein schriftliches Protokoll, das beide Seiten unterschreiben. Darin steht jeder sichtbare Mangel einzeln. Mit der Abnahme beginnt die Gewährleistung, und einen bekannten Mangel, den Sie nicht festhalten, können Sie später nur schwer geltend machen.
Warum deckt der Dachdecker nicht das ganze Dach auf einmal ab?
Ein Dachdecker deckt an jedem Tag nur so viel Dach ab, wie er bis zum Abend wieder dicht bekommt. So dringt bei plötzlichem Regen kein Wasser ins Haus. Für Schauer während der Arbeit halten gute Betriebe Planen bereit.
