Die Dachneigung entscheidet, welche Dacheindeckung passt
Eine Dacheindeckung aus Ziegeln, Schiefer oder Blech ist kein geschlossener Belag. Die einzelnen Teile überlappen sich oder greifen ineinander. Für jedes Material gibt es deshalb eine Neigung, ab der es allein dadurch dicht ist. Ist Ihr Dach flacher, braucht es darunter eine zusätzliche wasserdichte Schicht. Bei Ziegeln und Dachsteinen gilt außerdem eine feste Grenze. Mehr als 10 Grad flacher als vorgesehen darf das Dach auch mit dieser Schicht nicht sein, und flacher als 10 Grad nie.
Die Form Ihres Dachs gibt einen ersten Hinweis. Ein Flachdach hat 0 bis 10 Grad Neigung. Unter 3 Grad wird es mit Bahnen aus Bitumen oder Kunststoff oder mit flüssigem Kunststoff abgedichtet. Ab 3 Grad passt auch Metall, etwa ein Stehfalzdach aus langen Blechbahnen, die an einer stehenden Naht verbunden sind. Ein Pultdach hat nur eine schräge Fläche und beginnt bei etwas über 10 Grad. Das Satteldach mit zwei schrägen Flächen ist in Deutschland die häufigste Form. Seine Neigung reicht von 30 Grad und weniger bis zu steilen 60 Grad. Walmdach und Zeltdach haben vier schräge Flächen und keinen Giebel.
Wie steil das Dach je Material sein muss
Am wenigsten Neigung braucht Metall. Ein Stehfalzdach, also lange Metallbahnen mit einer stehenden Naht, ist ab etwa 3 Grad dicht. Trapezblech, ein Blech mit trapezförmigen Rippen, braucht 7 Grad, wenn sich mehrere Bleche überlappen. Flache Modelle aus Ton oder Beton brauchen 16 bis 22 Grad, die üblichen Modelle 22 bis 30 Grad. Schiefer braucht 22 bis 30 Grad, je nachdem, wie die Platten verlegt werden. Ein Flachdach wird nicht nach Grad bemessen. Es braucht mindestens 2 Prozent Gefälle, also 2 Zentimeter pro Meter.
| Material | Nötige Neigung | Ausnahme oder Grenze | Typische Dachform |
|---|---|---|---|
| Abdichtung für das Flachdach (Bitumen, Kunststoff, flüssiger Kunststoff) | kein Wert in Grad, es zählt das Gefälle | mindestens 2 Prozent Gefälle | Flachdach |
| Stehfalz aus Metall (Titanzink, Aluminium, Kupfer, Stahl) | ab etwa 3 Grad | je nach System auch flacher, dann mit zusätzlicher Dichtung | Pultdach, Flachdach mit Gefälle, Satteldach |
| Trapezblech aus Stahl | 7 Grad, wenn sich Bleche überlappen | 3 Grad, wenn ein Blech ohne Stoß durchläuft | Pultdach, Carport, Nebengebäude |
| Tonziegel und Betondachstein, flache Modelle | 16 bis 22 Grad | 10 Grad, flacher ist auch mit Zusatzschicht nicht erlaubt | flach geneigtes Satteldach, Walmdach |
| Tonziegel und Betondachstein, übliche Modelle | 22 bis 30 Grad | 10 Grad, flacher ist auch mit Zusatzschicht nicht erlaubt | Satteldach, Walmdach |
| Schiefer, Rechteckplatten in doppelter Lage | 22 Grad | bis 10 Grad flacher, nur mit wasserdichter Schicht darunter | Satteldach, Walmdach |
| Schiefer, Schuppendeckung oder einfache Bogenschnittdeckung | 25 Grad | bis 10 Grad flacher, nur mit wasserdichter Schicht darunter | Satteldach, Walmdach |
| Schiefer, Spitzwinkeldeckung | 30 Grad | bis 10 Grad flacher, nur mit wasserdichter Schicht darunter | steiles Satteldach |
Wie lange jede Dacheindeckung hält und was sie kostet
Nach einer Tabelle des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung halten Schiefer, Tonziegel, Betondachsteine und Faserzement mindestens 50 Jahre. Dasselbe gilt für Metall ohne Beschichtung, etwa Titanzink, Kupfer, Aluminium und Edelstahl. Verzinkter und zusätzlich beschichteter Stahl, wie er in vielen Trapezblechen steckt, kommt auf 45 Jahre. Nur verzinkter Stahl hält 40 Jahre, Reet 35 Jahre und Bitumenschindeln 25 Jahre. Hersteller nennen für Schiefer und Kupfer teils 100 Jahre, einen amtlichen Beleg dafür gibt es nicht.
Beim Preis für das Material allein liegen Betondachsteine, Stahlblech und Aluminium mit 15 bis 30 Euro pro Quadratmeter am unteren Ende. Tonziegel, Faserzement und Titanzink kosten 25 bis 50 Euro, Schiefer und Kupfer 70 bis 140 Euro. Am teuersten ist Reet mit 100 bis 150 Euro. Diese Erfahrungswerte hat das Verbraucherportal energie-fachberater.de im April 2021 veröffentlicht, das Verlegen ist darin nicht enthalten.
| Material | So lange hält es | Materialpreis pro Quadratmeter |
|---|---|---|
| Betondachstein | mindestens 50 Jahre | 15 bis 30 Euro |
| Stahlblech (einfaches Trapezblech) | 40 bis 45 Jahre | 15 bis 30 Euro |
| Aluminium ohne Beschichtung | mindestens 50 Jahre | 15 bis 30 Euro |
| Tonziegel | mindestens 50 Jahre | 25 bis 50 Euro |
| Faserzementplatten | mindestens 50 Jahre | 25 bis 50 Euro |
| Titanzinkblech (Stehfalz) | mindestens 50 Jahre | 25 bis 50 Euro |
| Schiefer, Kupfer | mindestens 50 Jahre, laut Herstellern teils 100 Jahre | 70 bis 140 Euro |
| Reet | 35 Jahre | 100 bis 150 Euro |
| Bitumenschindeln | 25 Jahre | keine Angabe in der Quelle |
Zu jedem neuen Dach kommen Kosten, die kaum vom Material abhängen. Das alte Dach abzureißen und zu entsorgen kostet nach derselben Quelle rund 25 bis 40 Euro pro Quadratmeter. Neue Latten und Unterbau kosten 15 bis 45 Euro pro Quadratmeter. Bei 150 Quadratmetern Dach macht allein der Unterschied zwischen dem günstigsten und dem teuersten Material schnell 8.000 Euro und mehr aus.
Was eine Dacheindeckung pro Quadratmeter wiegt
Tauschen Sie ein leichtes Dach gegen ein schweres, muss der Dachstuhl mehr tragen. Metall ist mit Abstand am leichtesten. Nach Angaben des Händlers Blechdachhandel Berlin wiegt ein Trapezblech aus 0,5 Millimeter dickem Stahl 4,8 Kilogramm pro Quadratmeter. Ein Stehfalzdach aus 0,7 Millimeter Zink wiegt 5,1 Kilogramm, aus Aluminium in derselben Dicke 2,0 Kilogramm. Naturschiefer bringt 30 bis 35 Kilogramm auf den Quadratmeter, Tonziegel 40 bis 45 Kilogramm und Betondachsteine 45 bis 50 Kilogramm. Ein Blechdach wiegt damit etwa ein Achtel eines Ziegeldachs.
Wie viel ein Ziegel oder Dachstein wiegt, hängt stark vom Modell ab. Fragen Sie deshalb nach dem Gewicht pro Quadratmeter des Modells, das im Angebot steht. Bei zwei Modellen eines Herstellers liegen Tonziegel und Betondachstein fast gleichauf.
Ein Metalldach ist leicht, aber ohne Dämmung laut
Metall ist leicht, hält lange und kostet als einfaches Trapezblech wenig. Ohne Dämmung ist Blech bei Regen und Hagel aber deutlich lauter als Ziegel oder Schiefer, weil die dünne Fläche den Aufprall kaum dämpft. Auf ein Wohnhaus gehört deshalb eine Dämmung unter das Blech, und sie kostet zusätzlich. Wer das Dach über beheizten Räumen neu deckt, muss nach dem Gesetz meist ohnehin dämmen.
Außerdem steigt der Preis mit der Qualität. Einfaches Stahlblech kostet als Material 15 bis 30 Euro pro Quadratmeter. Titanzink für ein Stehfalzdach liegt mit 25 bis 50 Euro auf der Höhe von Tonziegeln, Kupfer mit 70 bis 140 Euro auf der Höhe von Schiefer. Was ein Metalldach aus Stehfalz oder Trapezblech fertig verlegt kostet, hängt deshalb vor allem vom Metall ab.
In 6 Schritten zur passenden Dacheindeckung
Ist Ihr Dach flacher als 3 Grad?
Das Dach wird abgedichtet statt gedeckt. Üblich sind Bahnen aus Bitumen oder Kunststoff oder flüssiger Kunststoff.
Ist Ihr Dach flacher als 22 Grad?
Metall passt, als Stehfalz ab etwa 3 Grad und als Trapezblech je nach Verlegung ab 3 oder 7 Grad. Ab 16 Grad gibt es auch einzelne flache Modelle aus Ton oder Beton.
Muss die neue Eindeckung besonders leicht sein?
Metall ist die leichteste Wahl. Lassen Sie vor Ziegeln oder Schiefer den Dachstuhl prüfen.
Tonziegel, Betondachsteine und Schiefer kommen alle infrage. Dann entscheiden Preis, Aussehen und die Vorgaben Ihrer Gemeinde.
Passen mehrere Materialien, entscheiden meist Preis und Aussehen. Manche Gemeinden schreiben für ihr Ortsbild oder für Denkmäler bestimmte Materialien vor, etwa naturrote Tonziegel oder Schiefer. Das erfahren Sie beim Bauamt.
- Messen Sie die Neigung Ihres Dachs oder schlagen Sie sie in den Bauunterlagen nach.
- Wählen Sie nur Materialien, die bei dieser Neigung dicht sind.
- Vergleichen Sie das Gewicht der alten und der neuen Eindeckung, und lassen Sie im Zweifel den Dachstuhl prüfen.
- Fragen Sie beim Bauamt, ob Ihre Gemeinde Material oder Farbe des Dachs vorschreibt.
- Holen Sie mindestens zwei Angebote ein, jeweils mit Modellname, Gewicht pro Quadratmeter und nötiger Neigung.
- Planen Sie die Dämmung gleich mit, denn wer neu deckt und die Latten erneuert, muss meist auch dämmen.
Häufige Fragen
Welche Dacheindeckung ist am günstigsten?
Betondachsteine und einfaches Stahlblech gehören zu den günstigsten Dacheindeckungen, das Material kostet 15 bis 30 Euro pro Quadratmeter. Tonziegel, Faserzement und Titanzink kosten 25 bis 50 Euro, Schiefer und Kupfer 70 bis 140 Euro. Das sind Erfahrungswerte des Portals energie-fachberater.de von 2021, ohne die Kosten für das Verlegen.
Welche Dacheindeckung passt auf ein flach geneigtes Dach?
Auf ein flach geneigtes Dach passt als Dacheindeckung am besten Metall. Ein Stehfalzdach ist ab etwa 3 Grad dicht, Trapezblech ab 3 Grad als einzelnes Blech und ab 7 Grad mit überlappenden Blechen. Ist das Dach flacher als 3 Grad, wird es mit Bahnen aus Bitumen oder Kunststoff abgedichtet.
Wie lange hält eine Dacheindeckung?
Eine Dacheindeckung aus Ziegel, Betondachstein, Schiefer oder Metall ohne Beschichtung hält mindestens 50 Jahre. So steht es in den Erfahrungswerten des Bundes. Beschichteter verzinkter Stahl kommt auf 45 Jahre, nur verzinkter Stahl auf 40 Jahre, Reet auf 35 Jahre und Bitumenschindeln auf 25 Jahre.
Welche Dacheindeckung ist am leichtesten?
Metall ist die leichteste Dacheindeckung. Ein Trapezblech aus 0,5 Millimeter Stahl wiegt 4,8 Kilogramm pro Quadratmeter, ein Stehfalzdach aus 0,7 Millimeter Aluminium nur 2,0 Kilogramm. Tonziegel wiegen dagegen 40 bis 45 Kilogramm, Betondachsteine 45 bis 50 Kilogramm und Naturschiefer 30 bis 35 Kilogramm pro Quadratmeter.
