Flachdach abdichten mit Bitumen, Kunststoff oder Flüssigkunststoff
Ein Flachdach trägt statt Ziegeln oder anderer Dacheindeckungen für geneigte Dächer eine durchgehende wasserdichte Schicht, die Abdichtung. Dachdecker stellen sie aus einem von drei Materialien her.
Bitumenbahnen verlegt der Dachdecker meist in mehreren Lagen und verschweißt oder verklebt sie. Kunststoffbahnen liegen in einer einzigen Lage, deshalb geht das Verlegen schneller. Flüssigen Kunststoff streicht oder rollt er ohne Nähte auf, und er härtet in wenigen Stunden aus. Er eignet sich besonders für Ränder und die Stellen rund um Rohre und Lichtkuppeln.
Nach einer Tabelle des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung halten alle drei Materialien 30 Jahre, wenn Dicke und Gefälle den Fachregeln entsprechen. Länger hält eine Abdichtung, die geschützt liegt. Bitumenbahnen unter Dämmung, Kies oder Begrünung halten 35 Jahre, Kunststoffbahnen unter der Dämmung 40 Jahre.
| Material | So wird es verlegt | So lange hält es | Typische Schwachstelle | So wird repariert |
|---|---|---|---|---|
| Bitumenbahnen | Ein bis zwei Lagen, verschweißt oder selbstklebend | 30 Jahre, unter Dämmung, Kies oder Begrünung 35 Jahre | Spröde Oberfläche, Blasen, undichte Stöße | Neue Bahn überschweißen |
| Kunststoffbahnen (etwa PVC, FPO oder EPDM) | Eine Lage, mit Kies beschwert oder festgeschraubt | 30 Jahre, unter der Dämmung 40 Jahre | Nähte, Schrumpfen am Rand, verträgt kein Bitumen | Naht nachschweißen oder flicken |
| Flüssigkunststoff | Ohne Nähte gerollt, meist mit Vlies, mehrere Schichten | 30 Jahre | Zu dünne Schicht, schlechte Haftung | Neue Schicht auftragen |
Was kostet es, ein Flachdach abzudichten?
Für die Abdichtung allein gibt es keine verlässlichen Preise je Quadratmeter. Weder die Handwerkskammern noch der Verband der Dachdecker nennen Richtwerte, und die Preisportale liegen um ein Mehrfaches auseinander. Belegt ist, was die Dämmung eines Flachdachs kostet. Nach der Beratungsgesellschaft co2online zahlen Sie für Dämmstoff und Einbau 100 bis 180 Euro je Quadratmeter.
Am günstigsten ist mit rund 100 Euro das Umkehrdach, bei dem die Dämmung auf der Abdichtung liegt. Ein Warmdach mit der Dämmung darunter kostet um die 180 Euro. Für 100 Quadratmeter sind das 10.000 bis 18.000 Euro, die Abdichtung ist darin nicht ausdrücklich enthalten. Vergleichen Sie deshalb zwei oder drei Angebote, in denen jede Schicht einzeln mit Preis steht.
Warum ein Flachdach mindestens 2 Prozent Gefälle braucht
Stehendes Wasser verkürzt die Lebensdauer jeder Abdichtung. Deshalb verlangen die Fachregeln der Dachdecker mindestens 2 Prozent Gefälle, also 20 Zentimeter auf 10 Meter Dachlänge. Ganz eben darf ein Dach nur in Ausnahmen sein, etwa unter einem Dachgarten oder bei einem alten Haus mit fest vorgegebenen Abläufen.
Seit August 2025 stellen die Regeln für Dachabdichtungen klar, dass eine kurze Pfütze nach dem Regen noch kein Mangel ist, solange das Wasser abläuft. Steht es tagelang, liegt das oft an einer dieser Ursachen.
- Die Decke unter dem Dach hängt durch und bildet Mulden.
- Die Abläufe liegen höher als die Fläche, weil später dicker gedämmt wurde.
- Bei der Sanierung einer ebenen Betondecke fehlen Dämmplatten mit eingebautem Gefälle.
- Abläufe sind verstopft, und es fehlt ein Notüberlauf, also eine zweite Öffnung im Dachrand für den Notfall.
Wann Sie beim Flachdach abdichten auch dämmen müssen
Erneuern Sie die Abdichtung auf mehr als einem Zehntel der Dachfläche, müssen Sie das Dach im selben Zug dämmen. So schreibt es das Gesetz vor, das den Energieverbrauch von Gebäuden regelt. Ausgenommen sind Dächer, die ab 1984 nach den damaligen Energiesparregeln gebaut oder erneuert wurden.
Wie gut die Dämmung sein muss, steht im Angebot als U-Wert. Er gibt an, wie viel Wärme durch einen Quadratmeter Dach entweicht, und je kleiner die Zahl, desto besser. Das Gesetz verlangt beim Flachdach höchstens 0,20, die Förderung 0,14.
Erreicht das Dach 0,14, zahlt der Staat 15 Prozent der Kosten dazu. Im Einfamilienhaus zählen dafür höchstens 30.000 Euro Kosten, für jede weitere Wohnung bis zur sechsten 15.000 Euro. Den Antrag stellen Sie beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, und ein Energieberater aus der Expertenliste des Bundes muss mitwirken.
Die Förderung für die Dachdämmung gibt es nur, wenn der Vertrag mit dem Dachdecker erst bei einer Zusage des Zuschusses gilt. Einen Vertrag ohne diese Klausel wertet die Förderstelle als Beginn der Arbeiten, und dann gibt es kein Geld.
Flachdach neu abdichten in 6 Schritten
Vor jeder Sanierung klärt der Dachdecker, ob der alte Aufbau bleiben kann. Ist die Dämmung durchnässt, muss sie heraus, weil eine neue Abdichtung auf nassem Untergrund nicht hält.
Dach prüfen lassen
Der Dachdecker misst Feuchtigkeit und Gefälle, prüft Abläufe und Ränder und öffnet das Dach, wenn nötig, an einzelnen Stellen.
Angebot mit allen Schichten einholen
Das Angebot nennt Folie, Dämmstoff und Dicke, das Gefälle, Material und Lagen der Abdichtung und den erreichten U-Wert.
Zuschuss vor dem Start beantragen
Mit Energieberater und Förderklausel im Vertrag stellen Sie den Antrag, bevor die Arbeiten beginnen.
Altes Dach abtragen und neu aufbauen
Der Betrieb trägt alte Schichten ab, verlegt Folie, Dämmung und Abdichtung und dichtet Ränder, Rohre und Lichtkuppeln ab.
Gemeinsam abnehmen
Prüfen Sie Nähte, Ränder und Abläufe gemeinsam und halten Sie Mängel mit Fotos im Protokoll fest. Ab der Abnahme haftet der Betrieb fünf Jahre für Mängel.
Bestätigung aufheben und Wartung vereinbaren
Die schriftliche Bestätigung, dass das Dach die Werte des Gesetzes einhält, heben Sie zehn Jahre auf. Für die Wartung vereinbaren Sie feste Termine.
Was tun, wenn das Flachdach undicht ist?
Ein undichtes Flachdach zeigt sich meist zuerst als Wasserfleck an der Decke, der bei Regen wächst. Das Loch liegt oft nicht direkt darüber, weil Wasser in der Dämmung mehrere Meter weit wandern kann. Ein Fachbetrieb findet das Leck mit Rauch, Farbstoff oder einem elektronischen Messgerät und öffnet das Dach erst dann.
Ist die Abdichtung jünger als 20 Jahre und die Dämmung trocken?
Liegt das Leck an einer Naht, am Rand oder an einem Rohr?
Eine Reparatur an dieser Stelle reicht meist, etwa durch Nachschweißen oder mit Flüssigkunststoff.
Lassen Sie das Leck zuerst orten. Ist die Fläche großflächig spröde oder rissig, lohnt eine neue Abdichtung.
Ist die Dämmung nass oder fehlt das Gefälle?
Das Dach muss bis auf die Decke abgetragen und mit Dämmung neu aufgebaut werden.
Eine neue Abdichtung auf dem alten Aufbau ist möglich, wenn der Untergrund trocken und fest ist. Die Pflicht zur Dämmung gilt trotzdem.
Bei einer verschlissenen Abdichtung zahlt die Wohngebäudeversicherung nicht. Sie ersetzt Schäden durch Hagel und durch Sturm ab Windstärke 8. Hat ein Sturm die Bahn aufgerissen, ist der Schaden versichert, hat sie sich über 30 Jahre aufgelöst, zahlen Sie selbst.
Ein Flachdach im Herbst und Frühjahr kontrollieren
Ein Flachdach ohne Wartung darf es nach den Regeln für Dachabdichtungen nicht geben, einen festen Abstand nennen sie aber nicht. Schon ein Ablauf voller Laub staut das Wasser bis zum Rand, und von dort läuft es hinter die Abdichtung. Dachdecker der Innungen bieten eine Inspektion mit Protokoll an, den DachCheck. Das Protokoll können Sie bei einem Schaden auch der Versicherung vorlegen.
- Räumen Sie nach dem Laubfall und nach dem Winter alle Abläufe und Notüberläufe frei.
- Suchen Sie die Fläche vom Rand aus nach Pfützen, Blasen, offenen Nähten und Rissen ab.
- Prüfen Sie Ränder, Lichtkuppeln und Rohre, denn dort entstehen die meisten Lecks.
- Schauen Sie, ob Kies oder Pflanzen weggespült sind, denn unter dieser Schicht hält Bitumen 35 statt 30 Jahre.
- Notieren Sie den Befund mit Datum und Fotos und melden Sie Mängel vor dem nächsten Winter einem Fachbetrieb.
Häufige Fragen
Wie lange hält eine Flachdachabdichtung aus Bitumen oder Kunststoff?
Eine Flachdachabdichtung aus Bitumen, Kunststoffbahnen oder Flüssigkunststoff hält rund 30 Jahre, wenn sie nach den Fachregeln verlegt ist. Unter Dämmung, Kies oder Begrünung hält Bitumen 35 Jahre, eine Kunststoffbahn unter der Dämmung 40 Jahre.
Braucht ein Flachdach ein Gefälle?
Ja, ein Flachdach braucht mindestens 2 Prozent Gefälle, damit Regenwasser abläuft. Das sind 20 Zentimeter auf 10 Meter Dachlänge.
Muss ich beim Abdichten des Flachdachs auch dämmen?
Ja, wer die Abdichtung eines Flachdachs auf mehr als einem Zehntel der Fläche erneuert, muss auch dämmen. Ausgenommen sind Dächer, die ab 1984 nach den damaligen Energiesparregeln gebaut oder erneuert wurden. Für eine besonders gute Dämmung zahlt der Staat 15 Prozent der Kosten dazu.
Zahlt die Wohngebäudeversicherung ein undichtes Flachdach?
Die Wohngebäudeversicherung zahlt bei einem undichten Flachdach nur, wenn Sturm ab Windstärke 8 oder Hagel die Abdichtung beschädigt haben. Dringt Wasser durch eine alte, verschlissene Abdichtung, zahlen Sie die Reparatur selbst.
Was kostet es, ein Flachdach abzudichten?
Für das Abdichten eines Flachdachs gibt es keine verlässlichen Preise je Quadratmeter, die Preisportale liegen weit auseinander. Belegt ist, dass die Dämmung eines Flachdachs samt Einbau 100 bis 180 Euro je Quadratmeter kostet. Die Abdichtung ist darin nicht ausdrücklich enthalten, deshalb vergleichen Sie mehrere Angebote.
Wie oft muss ein Flachdach gewartet werden?
Ein Flachdach muss regelmäßig gewartet werden, einen festen Abstand schreiben die Fachregeln aber nicht vor. Sinnvoll sind Kontrollen der Abläufe nach dem Laubfall und nach dem Winter und eine Inspektion durch einen Fachbetrieb mit Protokoll.
