Dachdeckerverzeichnis

Ratgeber

Was kostet ein Schieferdach und wie lange hält es?

Ein Schieferdach kostet fertig verlegt 60 bis 180 Euro pro Quadratmeter, je nachdem, wie die Platten gelegt werden. Beim reinen Material ist Schiefer mit 70 bis 140 Euro deutlich teurer als Tonziegel mit 25 bis 50 Euro. Nach den Erfahrungswerten des Bundes hält Schiefer mindestens 50 Jahre, so lange wie Ziegel. Fachportale nennen bis zu 100 Jahre.

Schieferdach, fertig verlegt
60 bis 180 Euro pro Quadratmeter
Hausjournal.net, Schieferdach: Alles zu Kosten, Vor- und Nachteilen, Stand 28. Dezember 2024
Schiefer, nur Material
70 bis 140 Euro pro Quadratmeter
energie-fachberater.de, Was kostet eine neue Dacheindeckung?, Stand 27. April 2021
Haltbarkeit eines Schieferdachs
mindestens 50 Jahre
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, Nutzungsdauern von Bauteilen (Stand 4. November 2025), Stand 4. November 2025
Schieferdach mit Gaube auf einem alten Fachwerkhaus
Schiefer ist teuer, hält auf alten Häusern wie diesem aber sehr lange. Bild: KI generiert.

Was ein Schieferdach je nach Verlegeart kostet

Beim Schieferdach bestimmt vor allem die Verlegeart den Preis. Je mehr sich die Platten überlappen und je aufwendiger das Muster ist, desto mehr Platten und Arbeitszeit braucht jeder Quadratmeter.

Fertig verlegt, also mit Material und Arbeit, kostet ein Schieferdach 60 bis 180 Euro pro Quadratmeter. Am günstigsten ist die einfache Bogenschnittdeckung mit rechteckigen Platten für 60 bis 80 Euro. Die Schuppendeckung kostet 75 bis 100 Euro, die Altdeutsche Deckung 110 bis 160 Euro. Am teuersten ist die Wilde Deckung mit 140 bis 180 Euro.

Was ein Schieferdach je nach Verlegeart pro Quadratmeter kostet, mit Material und Arbeit. Die Preise stammen von hausjournal.net, Stand 28. Dezember 2024.
VerlegeartKosten pro QuadratmeterWas sie ausmacht
Bogenschnittdeckung60 bis 80 Euroeinfachste und günstigste Art, mit rechteckigen Platten
Rechteckplatten in doppelter Lageab 75 Eurodie Platten überlappen doppelt, dichter als die einfache Deckung
Schuppendeckung75 bis 100 Eurosechseckige Platten, die wie Fischschuppen liegen
Altdeutsche Deckung110 bis 160 EuroPlatten in unterschiedlichen Größen, traditionelles Aussehen
Wilde Deckung140 bis 180 Eurounregelmäßige Formen ohne festes Raster, am aufwendigsten zu verlegen

Auch die Herkunft macht einen Unterschied. Schiefer aus China wird deutlich günstiger angeboten als deutscher Schiefer. Moselschiefer gilt als besonders hochwertig und teuer, grüner Schiefer ist noch seltener und noch teurer. Fragen Sie deshalb, woher die angebotenen Platten stammen.

Wie lange ein Schieferdach hält

Nach einer Tabelle des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung hält ein Schieferdach mindestens 50 Jahre. Den gleichen Wert nennt die Tabelle für Tonziegel und Betondachsteine. Fachportale gehen weiter und nennen für Naturschiefer bis zu 100 Jahre. Auf alten Gebäuden liegen manche Schieferdächer schon seit 300 oder 400 Jahren.

Einen amtlichen Beleg für diese hohen Werte gibt es nicht. Sie beruhen auf Erfahrung und auf erhaltenen Altbauten. Rechnen Sie deshalb vorsichtig mit 50 Jahren, und sehen Sie alles darüber als Zugabe.

Für seine Arbeit haftet der Dachdecker fünf Jahre ab der Abnahme, also ab dem Tag, an dem Sie die Arbeit als fertig annehmen. Das gilt beim Schieferdach genauso wie bei jedem anderen Material.

Wann sich ein Schieferdach gegenüber Ziegeln rechnet

Beim Material kostet Schiefer 70 bis 140 Euro pro Quadratmeter. Tonziegel kosten 25 bis 50 Euro, Betondachsteine 15 bis 30 Euro. Weil alle drei nach den Erfahrungswerten des Bundes mindestens 50 Jahre halten, holen Sie den Aufpreis nicht sicher über eine längere Haltbarkeit herein. Für Schiefer sprechen vor allem sein Aussehen und manchmal eine Vorschrift. Manche Gemeinden oder der Denkmalschutz verlangen Schiefer oder ein bestimmtes historisches Aussehen.

Wer Ziegel erwägt, sollte Tonziegel und Betondachsteine auch untereinander vergleichen, denn sie unterscheiden sich im Preis und in der nötigen Neigung.

Rechnet sich Schiefer für Ihr Dach?

Schreibt Ihre Gemeinde oder der Denkmalschutz Schiefer vor?

Ja

Dann stellt sich die Preisfrage kaum. Die Verlegeart richtet sich nach der Vorgabe.

Nein

Ist Ihnen das Aussehen von Schiefer den Aufpreis wert?

Ja

Wählen Sie die Verlegeart nach Ihrem Budget. Die Bogenschnittdeckung ist am günstigsten, Altdeutsche und Wilde Deckung wirken traditioneller.

Nein

Tonziegel oder Betondachsteine halten ebenfalls mindestens 50 Jahre. Beim Material kosten sie deutlich weniger.

In 6 Schritten zum Schieferdach

  1. Fragen Sie beim Bauamt, ob Ihre Gemeinde oder der Denkmalschutz etwas zum Dach vorschreibt.
  2. Prüfen Sie, ob Ihr Dach steil genug für die gewünschte Verlegeart ist.
  3. Wählen Sie die Verlegeart nach Budget und Aussehen.
  4. Fragen Sie, woher der angebotene Schiefer stammt und ob es Prüfzeugnisse dafür gibt, besonders bei günstigem Schiefer aus dem Ausland.
  5. Lassen Sie prüfen, ob der Dachstuhl das Gewicht trägt, vor allem bei Platten in doppelter Lage.
  6. Holen Sie mindestens zwei Angebote von Dachdeckern ein, die Erfahrung mit Schiefer haben.

Wie steil ein Schieferdach sein muss

Schiefer braucht mehr Neigung als die meisten anderen Materialien. Ohne Zusatzschutz ist ein Schieferdach je nach Verlegeart ab 22 bis 30 Grad dicht. Rechteckplatten in doppelter Lage schaffen das ab 22 Grad. Schuppendeckung, Bogenschnittdeckung und Altdeutsche Deckung brauchen 25 Grad, die Spitzwinkeldeckung erst 30 Grad.

Ist Ihr Dach flacher, muss unter den Platten ein wasserdichtes Unterdach liegen, also eine zweite, dichte Schicht. Mehr als 10 Grad flacher darf das Dach auch damit nicht sein. Die unterste Grenze liegt deshalb bei etwa 12 Grad.

Schiefer ist außerdem ein schweres Material. Tauschen Sie ein leichtes Dach gegen Schiefer, lassen Sie vorher prüfen, ob der Dachstuhl das Gewicht trägt. Auf flacheren Dächern bleiben Metall und andere Dacheindeckungen auch mit weniger Neigung dicht.

Eine kaputte Schieferplatte lässt sich einzeln tauschen

Bricht eine Schieferplatte, tauscht der Dachdecker nur diese eine aus. Das übrige Dach muss er dafür nicht neu decken. Nach einem Sturm oder Hagel reicht deshalb oft eine kleine Reparatur. Sehen Sie nach jedem Unwetter kurz vom Boden aus aufs Dach.

Häufige Fragen

Was kostet ein Schieferdach pro Quadratmeter?

Ein Schieferdach kostet fertig verlegt 60 bis 180 Euro pro Quadratmeter. Die einfache Bogenschnittdeckung liegt bei 60 bis 80 Euro, die Schuppendeckung bei 75 bis 100 Euro, Altdeutsche und Wilde Deckung bei 110 bis 180 Euro. Die Zahlen stammen von hausjournal.net, Stand Dezember 2024.

Wie lange hält ein Schieferdach?

Ein Schieferdach hält nach den Erfahrungswerten des Bundes mindestens 50 Jahre, genauso lange wie ein Ziegeldach. Fachportale nennen für Naturschiefer bis zu 100 Jahre, und auf alten Gebäuden liegen manche Schieferdächer seit 300 oder 400 Jahren. Einen amtlichen Beleg für diese hohen Werte gibt es nicht.

Welche Dachneigung braucht ein Schieferdach?

Ein Schieferdach braucht je nach Verlegeart 22 bis 30 Grad Neigung, um ohne Zusatzschutz dicht zu sein. Mit einer wasserdichten Schicht unter den Platten sind ab etwa 12 Grad möglich. Diese Zusatzschicht muss dann ausdrücklich im Angebot stehen.

Ist Schiefer teurer als Tonziegel?

Ja, Schiefer ist deutlich teurer als Tonziegel. Beim reinen Material kostet Schiefer 70 bis 140 Euro pro Quadratmeter, Tonziegel 25 bis 50 Euro. Das sind Erfahrungswerte des Portals energie-fachberater.de aus dem Jahr 2021.

Holt ein Schieferdach seinen Aufpreis über die Haltbarkeit wieder herein?

Nicht sicher, denn ein Schieferdach hält nach den Erfahrungswerten des Bundes mindestens 50 Jahre, genauso lange wie Tonziegel und Betondachsteine. Längere Zeiten von bis zu 100 Jahren nennen nur Fachportale. Für Schiefer sprechen deshalb vor allem das Aussehen und Vorgaben von Gemeinde oder Denkmalschutz.

Kann man eine einzelne kaputte Schieferplatte austauschen?

Ja, eine gebrochene Schieferplatte lässt sich einzeln austauschen, ohne das ganze Dach neu zu decken. Der Dachdecker ersetzt nur die beschädigte Platte. Nach einem Sturm lohnt deshalb ein Blick aufs Dach, bevor Wasser eindringt.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. Schieferdach: Alles zu Kosten, Vor- und Nachteilen (Stand 28. Dezember 2024), Hausjournal.net,
  2. Nutzungsdauern von Bauteilen, BBSR-Nutzungsdauertabelle (Stand 4. November 2025, veröffentlicht 13. März 2026), Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR),
  3. Regeldachneigung der Deckungsarten (Schiefer), BauNetz Wissen,
  4. Was kostet eine neue Dacheindeckung? (Stand 27. April 2021), energie-fachberater.de,
  5. Schieferdach-Preise nach Deckungsart, Kostencheck.de,
  6. § 634a BGB, Verjährung der Mängelansprüche, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,

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