Eine Dachbeschichtung ändert nur die Farbe
Eine Dachbeschichtung ist eine Art Lackierung des Dachs. Zuerst reinigt ein Betrieb die Fläche mit einem Hochdruck- oder Dampfreiniger von Moos, Flechten und Schmutz. Dann trägt er eine Grundierung auf. Zum Schluss sprüht er einen Lack aus Acrylat auf, ähnlich wie bei Autos. So entsteht ein dünner Film mit einer gleichmäßigen neuen Farbe.
Meist geht es bei einer Beschichtung um Moos oder eine verblasste Farbe. Moos und Flechten schaden Dachziegeln und Betondachsteinen aber nicht. Ob sie wachsen, hängt unter anderem von der Himmelsrichtung, der Dachneigung und dem Material ab. Eine Beschichtung macht das Dach weder dichter noch haltbarer und ersetzt keine neue Eindeckung.
Reinigung und Beschichtung können das Dach beschädigen
Die Reinigung übernehmen oft keine ausgebildeten Dachdecker, und schon falsches Betreten kann Ziegel beschädigen. Der harte Strahl des Hochdruckreinigers kann im schlimmsten Fall die Folie unter den Ziegeln verletzen. Dann dringt Feuchtigkeit in die Dämmung, und oft bildet sich jahrelang unbemerkt Schimmel. Mürbe Ziegel können beim Reinigen sogar zerspringen.
Auch die Beschichtung selbst kann schaden. Ein Dach muss atmen können, damit Feuchtigkeit nach außen entweicht. Ist die Beschichtung schlecht ausgeführt, staut sich die Feuchtigkeit unter der Oberfläche, und die Folge sind schimmelige Dachbalken oder feuchte Dachräume. Wind, Regen und Temperaturwechsel setzen dem dünnen Film zu, sodass er schon nach kurzer Zeit abblättern kann.
Welche Dächer sich beschichten lassen
Beschichten lassen sich nur Dachpfannen aus Ton oder Beton und Platten aus Faserzement, und die Oberfläche muss sauber und heil sein. Ein junges Dach braucht keine Beschichtung, weil moderne Dachpfannen schon ab Werk beschichtet sind. Nachdenken sollten Sie erst, wenn diese Schicht abgewittert ist.
- Betondachsteine und Tonziegel lassen sich beschichten, wenn sie heil sind und die Beschichtung ab Werk abgewittert ist.
- Poröse, mürbe oder gebrochene Ziegel eignen sich nicht, weil die Beschichtung den Schaden verschlimmert.
- Schiefer eignet sich nicht, weil der Stein von Natur aus ölig ist und die Farbe sich schnell wieder ablöst.
- Platten mit Asbest, meist vor 1993 verlegt, dürfen nicht beschichtet werden, nur zugelassene Fachfirmen dürfen sie bearbeiten.
Was kostet eine Dachbeschichtung?
Eine Dachbeschichtung durch einen Fachbetrieb kostet im Durchschnitt rund 20 Euro je Quadratmeter, einschließlich Mehrwertsteuer. Das nennt der Dachhersteller Rathscheck Schiefer. Für ein Dach mit 200 Quadratmetern sind das etwa 4.000 Euro. Dazu kommen Anfahrt, Reinigung der Dachrinne und das Ausbessern beschädigter Dachpfannen.
Mit rund 20 Euro je Quadratmeter kostet eine Beschichtung etwa 40 Prozent einer neuen Dacheindeckung. Je nach Wetter und Qualität der Arbeit muss sie aber nach wenigen Jahren erneuert werden. Neue Betondachsteine oder Tonziegel halten nach einer Tabelle des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung mindestens 50 Jahre. Für Betondachsteine zahlen Sie 15 bis 30 Euro je Quadratmeter für das Material, dazu kommt das Verlegen.
| Merkmal | Beschichtung | Neue Eindeckung mit Betondachsteinen |
|---|---|---|
| Kosten je Quadratmeter | rund 20 Euro | 15 bis 30 Euro Material, dazu das Verlegen |
| So lange hält es | wenige Jahre | mindestens 50 Jahre |
| Nutzen für das Dach | keiner, nur neue Farbe | neue, dichte Eindeckung |
| Voraussetzung | dichtes, unbeschädigtes Dach | keine, ersetzt die alte Eindeckung |
Wollen Sie nur das Aussehen auffrischen, etwa vor einem Hausverkauf, kann eine Beschichtung trotzdem passen. Rechnen Sie dann damit, dass die Wirkung nur wenige Jahre anhält.
Vorsicht bei Angeboten zur Dachbeschichtung an der Haustür
Dachreinigung und Beschichtung werden auch an der Haustür verkauft. Das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz und die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnten im März 2025 vor unseriösen Angeboten zur Dachreinigung. Die Anbieter klingeln unangemeldet und behaupten etwa, sie hätten beim Nachbarn noch Reinigungsmittel übrig. Sie warnen vor einer angeblich akuten Gefahr und drängen auf eine sofortige Unterschrift. Danach kassieren sie bar und sind nicht mehr zu erreichen.
- Jemand klingelt unangemeldet und will vom Boden aus einen Schaden am Dach erkannt haben.
- Ein Rabatt soll nur gelten, wenn Sie noch am selben Tag unterschreiben.
- Sie erhalten keine schriftliche Belehrung über Ihr Recht, den Vertrag zu widerrufen.
- Niemand fragt nach Baujahr und Material des Dachs, obwohl davon abhängt, ob Asbest im Spiel ist.
- Es gibt kein schriftliches Angebot mit Produktname, Fläche und Garantiezeit, bevor die Arbeit beginnt.
Woran Sie ein seriöses Angebot zur Dachbeschichtung erkennen
Ein seriöser Betrieb kommt nach Terminabsprache und steigt aufs Dach, statt vom Boden aus zu urteilen. Er legt ein schriftliches Angebot mit Produktname, Hersteller, Fläche und zugesicherter Haltbarkeit vor. Er fragt nach dem Baujahr des Dachs, um Asbest auszuschließen, und sagt Ihnen offen, dass eine Beschichtung nur das Aussehen verändert. Zu einer Beschichtung drängt ein seriöser Betrieb Sie nicht.
- Unterschreiben Sie nie an der Haustür, auch nicht bei einem angeblich einmaligen Rabatt.
- Lassen Sie sich eine Visitenkarte geben und prüfen Sie, ob die Firma unter der angegebenen Adresse existiert.
- Klären Sie das Baujahr der Eindeckung und lassen Sie bei Verdacht auf Asbest eine Probe von einem zugelassenen Betrieb prüfen.
- Holen Sie mindestens zwei schriftliche Angebote mit Mehrwertsteuer, Produktname, Hersteller und zugesicherter Haltbarkeit ein.
- Fragen Sie bei der Handwerkskammer, ob der Betrieb dort eingetragen ist, und lassen Sie sich Referenzen nennen.
- Lassen Sie den Zustand des Dachs von einem Dachdecker einschätzen, bevor Sie sich entscheiden.
Ist Ihr Dach dicht, heil und frei von Asbest?
Geht es Ihnen nur um die Farbe oder um Moos?
Eine Beschichtung durch einen geprüften Betrieb frischt die Farbe für einige Jahre auf. Moos allein schadet dem Dach nicht.
Eine Beschichtung löst kein technisches Problem. Klären Sie Dämmung oder Haltbarkeit mit einem Dachdecker.
Bei gebrochenen Steinen, Lecks oder Verdacht auf Asbest hilft keine Beschichtung. Nötig ist eine Reparatur oder eine neue Eindeckung mit fachgerechter Entsorgung der alten.
Wer trotz aller Vorsicht an einen Betrüger gerät, sollte Anzeige bei der Polizei erstatten. Das gilt auch schon, wenn Sie Betrug nur vermuten.
Häufige Fragen
Was kostet eine Dachbeschichtung pro Quadratmeter?
Eine Dachbeschichtung kostet im Durchschnitt rund 20 Euro je Quadratmeter einschließlich Mehrwertsteuer. Für 200 Quadratmeter Dachfläche sind das etwa 4.000 Euro, dazu kommen Anfahrt, Reinigung der Dachrinne und das Ausbessern beschädigter Dachpfannen. Das entspricht etwa 40 Prozent der Kosten einer neuen Eindeckung.
Wie lange hält eine Dachbeschichtung?
Eine Dachbeschichtung muss je nach Wetter und Qualität der Arbeit nach wenigen Jahren erneuert werden. Der dünne Farbfilm ist Regen, Wind und Temperaturwechseln ausgesetzt und kann schon nach kurzer Zeit abblättern. Neue Ziegel oder Betondachsteine halten dagegen mindestens 50 Jahre.
Macht eine Dachbeschichtung das Dach dichter?
Nein, eine Dachbeschichtung macht ein Dach weder dichter noch haltbarer. Sie verändert nur die Farbe der vorhandenen Ziegel oder Dachsteine. Bei undichten Stellen oder gebrochenen Steinen hilft nur eine Reparatur oder eine neue Eindeckung.
Für welche Dächer ist eine Dachbeschichtung nicht geeignet?
Eine Dachbeschichtung eignet sich nicht für Schiefer, weil der Stein von Natur aus ölig ist und die Farbe sich schnell ablöst. Verboten ist sie auf Platten mit Asbest, die meist vor 1993 verlegt wurden. Auch poröse oder beschädigte Ziegel und junge Dächer mit intakter Beschichtung ab Werk sollten Sie nicht beschichten lassen.
Schadet Moos auf dem Dach den Ziegeln?
Nein, Moos und Flechten schaden Dachziegeln und Betondachsteinen nicht. Ob sie wachsen, hängt unter anderem von Himmelsrichtung, Dachneigung und Material ab. Eine Beschichtung gegen Moos verbessert deshalb nur das Aussehen des Dachs.
Was tun, wenn ein Vertreter an der Haustür eine Dachbeschichtung anbietet?
Unterschreiben Sie an der Haustür nichts, auch nicht bei einem angeblich einmaligen Rabatt für eine Dachbeschichtung. Lassen Sie sich eine Visitenkarte und ein schriftliches Angebot geben und vergleichen Sie es in Ruhe mit anderen. Haben Sie doch unterschrieben, können Sie den Vertrag 14 Tage lang widerrufen.
