Was kostet eine Dachbegrünung je Quadratmeter?
Bei einer Dachbegrünung gibt es zwei Arten. Die extensive Begrünung wächst auf einer dünnen Schicht spezieller Pflanzerde, dem Substrat, und braucht wenig Pflege. Dafür eignen sich niedrige Pflanzen wie Sedum, eine robuste Dickblattpflanze, dazu Moose, Gräser und Kräuter. Die intensive Begrünung ist ein Garten auf dem Dach, mit Rasen, Stauden und sogar Sträuchern oder Bäumen. Sie braucht einen dicken, schweren Aufbau, meist eine Bewässerung und Pflege wie ein Garten am Boden.
Der Preis hängt vor allem von der Dicke der Erdschicht und von den Pflanzen ab. Bei einer Garage oder einem Carport sparen Sie Geld, wenn Sie die extensive Begrünung selbst anlegen.
Nach der Beratungsgesellschaft co2online kostet eine extensive Begrünung 30 bis 60 Euro je Quadratmeter und wiegt 60 bis 150 Kilogramm je Quadratmeter. Eine intensive Begrünung kostet im Schnitt doppelt so viel und wiegt ab 200 Kilogramm. Nach einer Tabelle des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung hält eine extensive Begrünung 45 Jahre, eine intensive 35 Jahre.
| Merkmal | Extensive Begrünung | Intensive Begrünung |
|---|---|---|
| Pflanzen | Sedum, Moose, Gräser, Kräuter | Rasen, Stauden, Sträucher, auch Bäume |
| Höhe des Aufbaus | 5 bis 15 Zentimeter | 25 bis 100 Zentimeter |
| Gewicht je Quadratmeter | 60 bis 150 Kilogramm | ab 200 Kilogramm |
| Pflege | gering, wenige Kontrollgänge im Jahr | hoch wie im Garten, meist mit Bewässerung |
| Kosten je Quadratmeter | 30 bis 60 Euro | im Schnitt doppelt so viel |
| So lange hält die Begrünung | 45 Jahre | 35 Jahre |
| Begehbar | nein, nur zur Pflege | ja, als Garten oder Terrasse |
Trägt Ihr Dach eine Dachbegrünung?
Am Gewicht entscheidet sich, ob eine Dachbegrünung überhaupt möglich ist. Eine extensive Begrünung wiegt 60 bis 150 Kilogramm je Quadratmeter und ist damit vergleichsweise leicht, deshalb lassen sich auch Garagen und Carports extensiv begrünen. Eine intensive Begrünung bringt 200 Kilogramm und mehr auf jeden Quadratmeter. Auf einer Garage ist sie deshalb nicht möglich. Am schwersten ist jede Begrünung nach starkem Regen, wenn die Erde voll Wasser ist.
Diese Last kommt zu dem hinzu, was das Dach schon trägt, also zu Abdichtung und Dämmung, zum Schnee im Winter und vielleicht zu einer Solaranlage. Vor einer nachträglichen Begrünung muss deshalb ein Statiker prüfen, ob die Konstruktion die zusätzliche Last trägt, auch zusammen mit Schnee. Bei einem Neubau ist das einfacher, weil der Statiker die Begrünung von Anfang an einrechnet.
Unter einer Dachbegrünung hält die Abdichtung länger
Eine Begrünung schützt die Abdichtung darunter vor Sonne und starken Temperaturwechseln, die eine Bahn sonst am schnellsten altern lassen. Nach den Erfahrungswerten des Bundes hält eine Abdichtung aus Bitumenbahnen auf einem ungeschützten Flachdach 30 Jahre und unter einer extensiven Begrünung 35 Jahre.
Dazu kommt der Nutzen bei Starkregen. Eine begrünte Fläche nimmt viel Regenwasser auf und gibt es langsam ab, und das entlastet die Kanalisation. Einige Gemeinden senken dafür die Gebühr für Abwasser. Im Sommer schützt die Begrünung das Dachgeschoss vor starker Hitze, im Winter mindert sie Wärmeverluste, ersetzt aber keine Dämmung.
- Die Abdichtung darunter hält länger, weil Sonne und Frost sie nicht direkt treffen.
- Regenwasser fließt bei Starkregen langsamer ab, oft verbunden mit einer niedrigeren Abwassergebühr.
- Das Dachgeschoss heizt sich im Sommer weniger auf und verliert im Winter weniger Wärme.
- Insekten und Vögel finden Lebensraum, gerade in dicht bebauten Gegenden.
- Die Pflanzen binden Feinstaub aus der Luft.
So wird eine Dachbegrünung aufgebaut
Ob extensiv oder intensiv, der Aufbau folgt immer derselben Reihenfolge, von der Abdichtung nach oben. Bekommt ein bestehendes Dach nachträglich eine Begrünung, muss die Abdichtung wurzelfest sein. Ist sie das nicht, kommt eine zusätzliche Bahn gegen Wurzeln darauf. Sonst wachsen Wurzeln durch die Abdichtung, und das Leck zeigt sich oft erst Jahre später.
Muss für die Begrünung die alte Abdichtung ganz erneuert werden, verlangt das Gesetz meist zusätzlich eine Dämmung, genau wie beim Abdichten eines Flachdachs.
Statik und Abdichtung prüfen
Ein Statiker oder der Fachbetrieb prüft, wie viel zusätzliches Gewicht das Dach tragen darf und ob die Abdichtung wurzelfest ist.
Schutz gegen Wurzeln verlegen
Ist die Abdichtung nicht wurzelfest, kommt eine zusätzliche Bahn gegen Wurzeln darauf.
Schutz- und Speicherschicht einbauen
Ein Vlies oder eine Bahn mit Noppen schützt die Abdichtung und speichert einen Teil des Regenwassers.
Schicht für den Wasserabfluss aufbringen
Diese Schicht leitet überschüssiges Wasser zu den Abläufen, damit es sich unter der Erde nicht staut.
Filtervlies und Pflanzerde einbauen
Das Vlies trennt die Pflanzerde von der Schicht darunter. Darauf kommt die Erde in der geplanten Dicke.
Pflanzen setzen und gießen
Der Betrieb bringt Sedum-Sprossen, fertige Pflanzenmatten oder Stauden ein und gießt sie regelmäßig, bis sie angewachsen sind.
So planen Sie eine Dachbegrünung Schritt für Schritt
Für eine extensive Begrünung brauchen Sie in der Regel keine Baugenehmigung. Eine intensive Begrünung braucht dagegen eine, weil eine begehbare Fläche entsteht. Dafür sind ein Schutz gegen Absturz und die Anmeldung der neuen Nutzung nötig. In manchen Baugebieten schreibt der Bebauungsplan eine Dachbegrünung sogar vor, fragen Sie deshalb vorher beim Bauamt nach.
- Lassen Sie die Statik des Dachs von einem Statiker oder Fachbetrieb prüfen.
- Messen Sie die Dachneigung, denn bis etwa 15 Grad geht es ohne Sicherung gegen Abrutschen.
- Entscheiden Sie sich für extensiv oder intensiv, je nach gewünschter Nutzung und zulässigem Gewicht.
- Klären Sie, ob die Abdichtung wurzelfest ist, oder planen Sie eine Bahn gegen Wurzeln ein.
- Fragen Sie bei Ihrer Gemeinde nach Zuschüssen und nach einer niedrigeren Abwassergebühr.
- Lassen Sie Notüberlauf und Pflege im Angebot festhalten.
Zuschüsse für eine Dachbegrünung kommen meist von der eigenen Stadt oder Gemeinde und sind nicht bundesweit einheitlich. Höhe und Bedingungen unterscheiden sich von Ort zu Ort stark. Manche Programme verlangen zum Beispiel, dass das Dach eine bestimmte Zahl von Jahren grün bleibt. Fragen Sie beim Umwelt- oder Bauamt nach, ob und wie viel es an Ihrem Ort gibt.
Eine Dachbegrünung braucht zweimal im Jahr Pflege
Auch die pflegeleichte extensive Begrünung braucht Pflege, am einfachsten über einen Wartungsvertrag. Im Frühjahr und im Herbst befreien Sie oder ein Fachbetrieb die Abläufe von Erde und Laub, jäten Unkraut und kontrollieren kahle Stellen. Keimen Baumsamen auf dem Dach, gehören sie heraus, bevor ihre Wurzeln Schaden anrichten. Ohne diese Kontrolle wandert Erde an die Ränder, Abläufe verstopfen, und das Wasser staut sich. Dann geht der Vorteil der längeren Haltbarkeit wieder verloren.
Häufige Fragen
Was kostet eine Dachbegrünung pro Quadratmeter?
Eine extensive Dachbegrünung kostet 30 bis 60 Euro je Quadratmeter, je nach Dicke der Erdschicht und Auswahl der Pflanzen. Eine intensive Dachbegrünung mit Rasen, Stauden und Sträuchern kostet im Schnitt doppelt so viel. Beide Angaben stammen von der Beratungsgesellschaft co2online.
Wie schwer ist eine Dachbegrünung?
Eine extensive Dachbegrünung wiegt 60 bis 150 Kilogramm je Quadratmeter, eine intensive ab 200 Kilogramm. Dazu kommen Schnee im Winter und vielleicht eine Solaranlage. Ob Ihr Dach diese Last trägt, prüft vor dem Bau ein Statiker.
Verlängert eine Dachbegrünung die Lebensdauer der Abdichtung?
Ja, unter einer extensiven Dachbegrünung hält eine Abdichtung aus Bitumenbahnen 35 Jahre statt 30 Jahre. Das sind Erfahrungswerte einer Tabelle des Bundes. Pflanzen und Erde halten Sonne und starke Temperaturwechsel von der Bahn fern.
Bis zu welcher Dachneigung ist eine Dachbegrünung möglich?
Eine Dachbegrünung ist bis etwa 15 Grad Dachneigung ohne besondere Sicherung möglich. Auf steileren Dächern halten Schwellen oder Gitter die Erde fest, damit sie nicht abrutscht. Das macht den Aufbau deutlich aufwendiger und teurer.
Brauche ich für eine Dachbegrünung eine Baugenehmigung?
Für eine extensive Dachbegrünung brauchen Sie in der Regel keine Baugenehmigung. Eine intensive Begrünung, auf der Sie gehen und sitzen können, braucht eine, weil eine begehbare Fläche mit Schutz gegen Absturz entsteht. Fragen Sie vorher beim Bauamt nach, denn manche Bebauungspläne schreiben eine Begrünung sogar vor.
Gibt es eine Förderung für eine Dachbegrünung?
Ja, viele Städte und Gemeinden fördern eine Dachbegrünung, bundesweit einheitlich ist die Förderung aber nicht. Höhe und Bedingungen unterscheiden sich von Ort zu Ort. Einige Gemeinden senken außerdem die Abwassergebühr für begrünte Dächer.
